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Ein recht seltenes Kobold Modell! Erste Versuche mit der Pressmasse Bakelit. Leider absolut anfällig gegen Bruch und sonstige Beschädigungen. Auch in der Rubrik 1. Koboldnachrichten wird über diesen Mißstand berichtet.

Im Jahr 2001 wurde mir ein Gerät zu meiner eigenen Verfügung zugeschickt

Unverzüglich machte ich mich mit meinem damaligen Wissensstand an die Restauration da ich lediglich einen "toten" Motorkopf erhielt

Dennoch kann sich das Ergebnis auch heute noch sehen lassen

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November 2008

Noch ein Modell 32 tauchte im November 2008 in Polen auf und endlich kann ich die Restauration in Schritten dokumentieren - zu der Zeit der ersten beiden Geräte in meiner Sammlung war an diese Homepage leider noch nicht zu denken!

Vorab erst einmal die Fotos der polnischen Onlineversteigerung

Auch hier haben 70 Jahre und mehr ihre Spuren hinterlassen! Der Stoffbeutel wird wohl nicht mehr zu gebrauchen sein, jedoch mit der allerersten breiten Metallteppichdüse

Grandios das Typenschild, Seriennummer 70772 und schon wieder eine Änderung. Das Gerät stammt aus dem Produktionsjahr 1935 und hat bereits das verbesserte Typenschild der 34er Reihe im Tiefdruck

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Restauration:

Um die Wartezeit bis zum Eintreffen am 06.12.2008 zu verkürzen treffe ich schon einmal erste Vorbereitungen.

Zur Restauration werden sämtliche Mittel die in den anderen Galerien ausführlich vorgestellt wurden benötigt. Zusätzlich kommt ein Mouseschleifer hinzu mit dem sich zum Beispiel die Aluminiumdruckgußdüse ermüdungsfrei bearbeiten läßt.

Die ursprüngliche Größe des Staubbeutels müßte denen der der "34", "T", "S" und "s" Modelle entsprechen? Einen originalen hatte ich bislang noch nie gehabt. Am häufigsten sind natürlich die Nachkriegsmodelle "s" zu haben, diese hatten keinen Aufdruck und eignen sich hervorragend zum bleichen und anschließendem Färben mit Textilfarbe in schwarz. Aber auch hier ist höchste Vorsicht geboten, sollte der Stoffbeutel bereits Rostflecken vorweisen. Dann nur mit verdünnter Bleiche arbeiten und ständig auf die vorhandene Festigkeit kontrollieren!!! Natürlich vor dem Bleichen erst einmal waschen, am besten links herum...

Vorkriegsmodelle mit dem "VORWERK KOBOLD" Aufdruck sind einfach zu selten und zu schade um diese zu verarbeiten

Vorbereitung ist alles und nach der Maschinenfärbung kommt der Stoffbeutel in reinem, tiefen schwarz zum Vorschein! Normalerweise sollte man noch einmal nachspülen - hier jedoch nicht, die Restfarbe kann ruhig drin bleiben. Nur bitte bei Maschinenfärbung hinterher nicht gerade 30 Grad Feinwäsche in weiß waschen! Die alte Befestigungskordel wurde direkt am Knoten aufgeschnitten und nun wieder stramm befestigen.

Wie oben zu sehen gehört ein schwarzer Bakelitring in den Beutel der keinen Schraubverschluß für die Tülle hat. Diese wurde lediglich vor dem zusammenfügen vom Staub befreit, gereinigt und eingeschoben. Die ersten Modelle "32" hatte noch den einfachen Messingring wie bei den Modellen "30" und "33" bereits gezeigt

Diese Tülle ist natürlich nicht original sondern von einem Modell "T" in braunem Bakelit und erfüllt die Funktion den feuchten Staubbeutel an den Staubsauger zum trocknen anzuschließen. Ein neuer Dichtungsgummi wird nun ebenfalls darübergezogen. Zuerst das Talkum vorsichtig entfernen und den Gummiring entfetten, da dieser später mit schnelltrocknendem Autolack schwarz eingefärbt wird

In der Zwischenzeit einfach schon einmal um den Holzstiel kümmern. Anleitung zum aufarbeiten in den Restaurationsrubriken zu anderen Modellen mit Holzstiel (33, 34 etc.)

Nun kann der Stoffbeutel zum trocknen auf den Staubsauger angebracht werden. Zwei Möglichkeiten bieten sich an, entweder kurz den Bernd anrufen und um Hilfe bitten - oder schneller geht es mit dem einschalten des Gerätes...

Dieses Mal war ein Modell 114 griffbereit und so ein alter Kobold steht locker mal eine Stunde Dauergebrauch durch - vielleicht mal wieder einen Anstoß an die Macher der heutigen Modelle!!!

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Der Kobold ist wie vereinbart am 06.12.2008 eingetroffen, nachts um 00.20 Uhr und da war es mit dem schlafen endgültig vorbei

Aber erst mal richtig wach werden! Die Uhr im Hintergrund steht auf kurz vor eins in der Nacht

Im direkten Vergleich der komplett restaurierte Kobold Modell "32"

Doch erst mal der Reihe nach

Einzelteile werden vorsichtig gelöst, niemals mit Gewalt herangehen und lieber Markenrostlöser in die verbliebenen Zwischenräume einsprühen und vorsichtig Milimeter für Milimeter weiterversuchen! Den Bakelitring des Staubbeutels kann man mit gezielten kleinen Hammerschlägen leicht von der Tülle entfernen - Sie denken aber bitte daran das wir hier an Bakelit arbeiten!

Bei diesem Modell hat das Typenschild bereits die hier seltene, tiefe Prägung der Buchstaben, also Respekt vor dem Teil und absolut mit Vorsicht behandeln

Rändelschrauben vorsichtig lösen, evtl. Rostlöser einwirken lassen und mit einer gummigeschützten Wasserrohrzange aufdrehen

Der Propeller hat zum Glück keinerlei Beschädigungen

Hier war einmal ein Bastler am Werk und hat den Elektroanschluß unter dem Motorkopfdeckel angebracht. Original kommt das Kabel aus dem kleinen runden Loch oberhalb des Ausblasstutzen aus dem Gerät

Die Messingmutter am Propeller vorsichtig lösen - Achtung!!! Linksgewinde

Nun den Motorkopfdeckel öffnen und vorsichtig zur Seite legen. Der Schalter bleibt vorerst am Motor

Reinigungsmittel, Werkzeug etc. zurechtlegen. Zum Größenvergleich eine Zigarettenschachtel

Unter dem Schmutz kommen die beiden langen Schrauben zum Vorschein die die Brücke arretieren. Kurze Anmerkung an den Daniel: "Ja, diese müssen auch später wieder hinein!!!" Bei einem seiner "s" Modelle will das wohl nicht mehr so funktionieren? Keine Ahnung was der Junge angestellt hat...

Um den Motor zu entfernen die untere Messingmutter mit dem Linksgewinde kurz aufdrehen und dann vorsichtig mit einem Hammer das Lager aus dem Gehäuse lösen. So wird das Gewinde nicht beschädigt

Echt extrem staubige Angelegenheit

Die Messingmutter wieder abdrehen und zur Seite legen. Aufpassen und nicht mit der oberen verwechseln, diese hat nämlich Rechtsgewinde

Den Motor vorsichtig mit Pinsel und Zahnbürste vom Schmutz befreien. Das Handtuch sollten Sie hinterher vor der Haustür Ihres Lieblingsnachbarn ausschütteln bevor es in die Waschmaschine kommt. Eine weitere Möglichkeit besteht darin den feinen Staub - draußen natürlich - mit dem Motorkopf eines alten Staubsaugers auszublasen

Das Innenleben und die Schrauben zum bearbeiten sortieren und die Motorkohlen entfernen

Links zu sehen die obere und die untere Messingmutter

Eine Motorwäsche wie in anderen Rubriken beschrieben wäre denkbar, jedoch gäbe es hier wohl nicht so schnell Ersatzteile falls ein Fehler passiert. Also greife ich auf den Bremsenreiniger der Firma Normfest in Velbert zurück. Einsprühen und der ganze Dreck läuft perfekt heraus. Kontaktinfo zur Firma Normfest in Velbert: Siemensstr. 23
42551 Velbert
02051 275-0

http://www.normfest.de

Bremtec Bremsenreiniger, Artikelnummer: 2897 333 600

Die Bakelitteile in lauwarmem Spülwasser einweichen lassen

Aluminiumteile mit frischen Ako Pads reinigen, beim Bakelit lieber auf einen bereits benutzten Vileda Glitzi Schwamm mit der weichen Seite zurückgreifen. Die weiche Teppichbürste hatte ich noch unbenutzt in meinem Bestand

Zuerst mit der gröberen Schleifpaste, dann mit der Aluminiumpoliturpaste arbeiten

So gereinigt schauen die Einzelteile doch schon wieder richtig gut aus

Im Bild nicht zu sehen, der Fußboden war mit dicken Decken ausgelegt, falls doch etwas herunterfallen sollte. Bakelit läßt sich mit den Metallpasten wunderbar bearbeiten, nur immer auf das aufgenietete Typenschild achten. Um Bruchgefahr zu verhindern habe ich dieses nicht entfernt und extrem vorsichtig mit Spülwasser gereinigt um soviel wie möglich im Originalzustand zu erhalten

Die ursprünglichen Motorkohlen waren extrem abgenutzt. Neuwertige aus einer alten Elektroteppichbürste werden diese ersetzen

Als nächstes wird der Dremel zum Einsatz kommen um die Schrauben etc. vom Rost zu befreien. Dremelvorsätze den anderen Galerien entnehmen, anschließend die bearbeiteten Teile einölen, bzw. die Rändelschrauben zum vernickeln geben

Der Kobold wird wieder richtig angeschlossen und zuerst das Elektrokabel durch die untere Öffnung ziehen. Als Kabelschutz dient ein kleiner Aufhängering von den ersten Kobolden. Diese waren bei den alten Modellen über das Kabel geschoben und erfüllten den Zweck das Kabel beim saugen im Kabelaufhänger am Stiel zu fixieren

Als nächstes den alten Stecker vorbereiten. Lassen Sie bitte Ihre Finger davon sofern Sie in dieser Angelegenheit nicht versiert sind. Lieber einen Fachmann dann an die Arbeit lassen!

Vor dem vorsichtigen Einpassen des Motors wurden das obere und das untere Lager mit Kugellagerabschmierfett wieder richtig schön gängig gemacht. Nur hochwertige Ware verwenden da dieses Fett jahrelang halten muß. Sämtliche gedremelten Schrauben in bestem Waffenöl "baden" und die unteren langen Schrauben zuerst wieder festziehen

Vor dem anbringen des Propellers folgt der erste Testlauf. Die Bewährungsprobe und sollte die Arbeit gescheitert sein rein vorsorglich schon einmal die Taschenlampe bereit stellen um im dunkeln den Sicherungskasten zu finden... Schalter einschalten, Gerät auf jeden FALL am Ausblasstutzen festhalten und einstecken. Läuft der Motor ruhig und angenehm haben Sie alles richtig gemacht

Knapp 6 Stunden und eine Schachtel Zigaretten später den Propeller aufsetzen, die Mutter festziehen und nochmal starten. Warum erst jetzt? Wäre im vorherigen Schritt der Versuch mißglückt hätte der Motor erneut ausgebaut werden müssen und das geht ja einfacher wenn der Propeller noch nicht sitzt und das Gewinde der Mutter wird geschont

Auf dem Standfoto nicht zu erkennen, der Propeller dreht wie am ersten Tag. Vorsicht mit den Fingern und Achtung - enorme Sogwirkung auch ohne Abdeckung!!!

Überraschenderweise hatte der Staubbeutel nur ein kleines Loch und die Schnur in die der Befestigungsring für die Stielkette eingearbeitet wurde war verrottet. Die Öffnung des Beutels zuhalten und am besten auch beim Lieblingsnachbarn komplett entleeren. Links drehen und ausschütteln. Der Ring links oben im Bild war in die Tülle eingelassen und mit zwei Stofffetzen sollte ein herausfallen des eingesaugten Schmutzes verhindert werden. 30iger Jahre Entwicklung eines Rückschlagventils...

Handwäsche mit Feinwaschmittel und zum trocknen auf ein Modell mit rundem Ausblasstutzen im Standfuß aufsetzen. Einzig der Kobold Modell "116" ist für diese Aufgabe nicht geeignet

Langsam bitte, ich erkläre! Hier ist keine "Sauerei" passiert, sondern nach dem trocknen habe ich den Beutel mit Markensprühstärke richtig durchtränkt...

... und erneut zum trocknen auf den Kobold 117. Noch ist der bereits oben vorbereitete kleinere Staubbeutel eines "s" Modells am Gerät, nachdem der Originale aber in der Zwischenzeit genäht, gewaschen und gestärkt wurde ist dieser bald hinfällig

Eindeutig zu erkennen - der Größenunterschied zum Original

Die Aludüse wurde bislang ja nur mit Ako Pads gereinigt, nun kommt aber der Mouseschleifer zum Einsatz

Schleifpaste auftragen, den Mouseschleifer am Klettverschluß mit einem Baumwolltuch versehen und los geht es. Das Tuch wird recht schnell schwarz, also immer wieder neu positionieren oder komplett auswechseln

Anschließend die Polierpaste verarbeiten. Lassen Sie Sich dabei Zeit und wiederholen Sie den Vorgang des öfteren, umso schöner wird das Ergebnis!

Schaut doch wieder prima aus!

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Doch halt, hier kommt der nächste...

... wurde mir im Januar 2009 zum Kauf angeboten, doch der ging dann weiter an einen anderen Sammler

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Na dann mal bis zum nächsten Kobold Modell 32...


martin.damsz@t-online.de


 
   
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