1927 feiert Vorwerk sein 100jähriges Bestehen. Der zu diesem Zeitpunkt entwickelte elektronische Grammophonmotor wurde aber durch das "RADIO" zu einem absoluten Ladenhüter. Aus dieser Not heraus kam die Idee aus dem vorhandenen Motor einen handlichen Staubsauger zu entwickeln, in vielen Quellen nachzulesen - u.a. in dem Battenfeld Buch "Kultstaubsauger Kobold" - diese in dem Buch veröffentlichten Informationen sollten Sie jedoch nicht alle für bare Münze nehmen. Leider hat man auf richtige Historiker wie zum Beispiel den verstorbenen Museumsleiter "Herrn Ewald Wichelhaus" keine Rücksicht genommen und recht schlampig recherchiert! Egal, dennoch ein schönes Nachschlagewerk..........
In Skandinavien existiert sogar noch ein richtig altes Modell, u.a. an der simplen Stielbefestigung zu erkennen und der vierstelligen Seriennummer, leider reagiert der Homepagebetreiber seit Jahren weder auf eMails oder sonstige Anfragen! Lediglich die Veröffentlichung des Fotos wurde mir seinerseits gestattet
Das Hauseigene Museum am Blombacher Bach - welches es ja eigentlich gar nicht gibt - hat zwei recht lieblos restaurierte Geräte in der "offiziellen" Ausstellung, überzeugen Sie Sich bitte selber bei einem lieben Freund auf der Seite vorwerkler.de. Hier frage ich mich aber wirklich warum der Grundstein des Erfolges so repräsentiert wird?
Anfang 2008 konnte ich es dann doch nicht lassen nochmal einen Kobold Modell 30 zu ersteigern um auch bei diesem Modell Tipp´s zur Restauration zu dokumentieren da meine Geräte bereits vor dieser Internetpräsenz restauriert waren.
In der Auktion war das eigentliche Potential dieses Gerätes nicht ersichtlich, nach Eintreffen stellte sich jedoch heraus das es eines der allerersten Vorwerk Kobold Modelle überhaupt ist!
08.03.2008 - der Kobold ist endlich da. Immer wieder ist das Gefühl allgegenwärtig das man verdammt viel Geld im Voraus überweist und ob man nicht einem Betrüger auf den Leim geht!?
Also hier war das nicht der Fall, obwohl der Versand trotz sofortiger Überweisung für meinen Begriff "EWIG" dauerte. Viele Grüße an das SAT 1 Frühstücksfernsehen mit seinen Beiträgen über Betrug bei eBay.............
Da bei diesem Modell lediglich ein kleines Typenschild auf der Rückseite des Motorkopfdeckels angenietet wurde und hauptsächlich das durch Aluminiumdruckguß geprägte Vorwerk-Kobold Logo den Staubsauger zierte ist es eines der einfachsten Modelle um eine wunderschöne und befriedigende Restauration durchzuführen
Zuerst einmal die Grundreinigung mit AKO Pads. Die Arbeitsschritte sind identisch mit denen der Folgemodelle 33 und 34
Man kann das Typenschild entfernen, jedoch ist es wesentlich einfacher und authentischer es zu belassen und vorsichtig herumzupolieren. Die original Nieten bleiben dann erhalten
Der Kobold war einfach zu gut erhalten um auch schwierige Schritte zu zeigen, also warten wir auf das nächste Modell
Vermackt, verbeult und durch die Kühlöffnung am Motorkopf kann man ein grünes Kunststoffkabel erkennen
Diese Dellen rühren nicht auf die Handfertigung im Jahr 1930 zurück - massive Gebrauchsspuren unschwer zu erkennen
Ebenso hat der kleine Staubbeutel die Jahre in der Garage nicht ohne Mäusefraß überstanden
Das Gerät traf am 11.02.2009 bei mir ein und war genauso wie ich es mir wünschte - absolute Baustelle!!!
Ersteinmal in seine Einzelteile zerlegen, wie oben wird der Motorkopfdeckel einer Sonderbehandlung unterzogen und nachdem ich nun schon so viele 30iger Modelle zwischen den Fingern hatte wird auch das erste Mal der komplette Motor entfernt - man wird mutiger, auch wenn ich nach wie vor einen riesen Respekt vor der Urdose habe...
Gehäuseunterteil, Propeller, Düse und der Staubbeutelring kommen ganz einfach in die Spülmaschine um den groben Schmutz restlos zu entfernen
Der Versuch den Deckel mit einem Lötkolben so zu erwärmen sodaß er sich leichter wieder in Form bringen läßt scheiterte kläglich - Thomas, wie war das mit der Bearbeitung von Aluminium???
Also ab in den Hochleistungsbackofen. Die neuen Geräte lassen sich sogar auf über 290 Grad Celsius erhitzen, nur aufpassen mit der Farbe auf dem Typenschild - nicht aus den Augen verlieren und sofort aus dem Backofen raus sobald die Farbe auch nur minimal Blasen wirft!!!
Wie auch beim Eisen schmieden lassen sich nun die extremen Dellen ganz einfach wieder in Form bringen. Immer wieder erwärmen bis das gewünschte Resultat erzielt wird
Der wieder in Form gebrachte Motorkopfdeckel darf die Bekanntschaft mit dem Mouseschleifer machen um auch die letzten Unebenheiten zu glätten
Mache ich etwas verkehrt? Ist doch kein Vergleich mehr zu dem Zustand direkt nach dem Eintreffen?
Der Deckel ist wieder rund, die übrigen Teile grob gereinigt und nun geht es ans schleifen und polieren, übrigens schön links im Bild zu erkennen - der simple, kleine aber dennoch leistungsstarke Motor des Urkobold
Hier wurden lediglich die polierten Einzelteile erstmals wieder zusammengesetzt
Das original weiße Stoffkabel mußte eine Radikalwäsche in einem Vanish Oxi / Klorix - Bad durchmachen und hielt nach über 78 Jahren der Tortour stand. Nur auch hier bitte VORSICHT! Klorix ist sehr agressiv und könnte den Stoff zerstören, also ständig im Auge behalten und sofort mit klarem Wasser ausspülen sobald das gewünschte Ergebnis erreicht wurde
Wieder nichts für Anfänger oder Nichtversierte!!! So ein Test geht auf meine eigene Kappe...
Anscheinend habe ich auch hier nichts verkehrt gemacht! Der Motor läuft wie damals als der Kobold im September 1930 das Werk verließ. Noch ohne Staubbeutel, diesen hatten die Mäuse in der Garage in Magdeburg einstmals zernagt
Manchmal kann auch ich mich auf meinen Instinkt verlassen und habe einen Staubbeutel zum Modell "30" mal nicht verschenkt - nun kommt der zum Einsatz!
Schade das hochglanzpoliertes Aluminium beim Blitz des Fotoapparates immer ein wenig blaß rüberkommt - ich arbeite daran dieses zu verbessern