Staubsaugerähnliche Geräte bei denen der Gedanke zugrunde lag, mit einer Kardätsche auf dem Tierkörper gelockerte Haare, Staub und Schmutz mittels einer Absaugvorrichtung aufzunehmen und in einem Beutel oder Behälter zu sammeln, gehen nach alten Patenten, soweit noch festzustellen ist, bis in die Jahre 1926/27 zurück.
Schon im Jahr 1936 hat die Firma Vorwerk auf den von ihr fabrizierten Handstaubsauger für den häuslichen Gebrauch mit außenliegendem Staubbeutel, Modell "T", statt der üblichen Bürsten und Düsen eine Kardätsche aufgesetzt, in der Kämme und Borsten vereinigt waren.
Allerdings hatte diese starre Verbindung den Nachteil, daß der Tierpfleger den ganzen Staubsauger mit der fest daransitzenden Kardätsche halten und bewegen mußte.
Im Laufe des Jahres 1937 kam aber schon ein verbessertes Staubsaugermodell, Modell "S", heraus, das in seiner Anwendung als Viehputzgerät mittels einer Halterung am Körper getragen wurde, während die Kardätsche - jetzt aufgelöst in ein Metallhandstück mit gegeneinander auswechselbarem Kammstriegel - durch einen Gummi- oder Stoffüberzogenen Metallschlauch mit dem Staubsauger verbunden war.
Aufgeschraubte Kardätsche.
Die Fabrikation dieser Ausführung wurde durch den Krieg unterbrochen, danach wieder aufgenommen und in der Folgezeit laufend verbessert.
Die Motorköpfe sind mit einem Universalmotor für Gleich- und Wechselstrom ausgerüstet und zum Anschluß an Schukosteckdosen geeignet, deren Spannung der Spannungsangabe auf dem Typenschild entsprechen muß. Die Motoren der Modelle "52", "53" und "111" treiben bei einer Leistungsaufnahme von 120 Watt ein Lüfterrad an, das mit ca. 12 000 U/min. eine Luftmenge von 12 bis 16 l/sec. durch den Luftkanal des Motorgehäuses treibt und damit auf der Eintrittsseite einen Unterdruck oder Sog erzeugt, der allen Schmutz, Staub und Haare mitreißt und auf der Austrittsseite in den Staubbeutel bläst.
Der Luftweg geht also durch das Fell der Tiere, die Mittenöffnung der Striegel, den Schlauch, den Düsenteller, den Luftkanal im Staubsaugergehäuse, den Ausblasstutzen am Gehäuse und durch die Beuteltülle in den Beutel.
Die Sicherheit für Mensch und Tier, vor allem gegen elektrische Einflüsse, ist durch die Konstruktion des Vorwerk Staubsaugers weitestgehend gewährleistet. Die Leitungen und Wicklungen im Motor sind gegeneinander einfach isoliert und bieten Schutz gegen Berührung stromführender Teile. Eine zusätzliche Sicherheit ist durch das Gehäuse des Motors geschaffen, das nicht nur vor der Berührung beweglicher Teile schützt, sondern gleichzeitig noch eine zweite, doppelte Isolation durch die Art des Baustoffes darstellt.
"Doppelte Isolation" besagt außerdem, daß das Freilegen von Spannung führenden Teilen nur mit Werkzeugen möglich ist. Für das gegen Beschädigungen empfindlichste Teil, das Zuleitungskabel, ist der Haken am Tragegurt, oder die Kabelhalter in der fest installierten Seilspannung vorgesehen, in die das überflüssige Kabel eingehängt werden soll.
So wurde mit dem Vorwerk Kobold Modell "52" die Saugleistung des Motorkopfes erhöht, die Halterung des Gerätes als festsitzender Tragegurt, sowie zum Aufhängen in die entsprechende Vorrichtung ausgebildet, als Saugschlauch ein sehr flexibler Gummispiralschlauch eingeführt und die eigentlichen Putzgeräte als Kammstriegel, Bürste und Stiftstriegel in elastische Gummihandstücke gebettet, um ein Anschmiegen an alle Körperteile der Tiere zu erreichen.
Ab diesem Modell gab es sogar die Möglichkeit ungeziefervernichtende Substanzen in den Staubbeutel einzustreuen, um "der Lage Herr zu werden."
Sollte das Gerät "zweigleisig" verwendet werden, also im Stall und im Haushalt, so war wohl ein zweiter Staubbeutel dringend vonnöten! Denn welche Hausfrau wollte den Stallgeruch beim Staubsaugen gerne in der Wohnung haben? Tendenz zum "Zweitkobold" war angesagt, denn immerhin blieben ja auch im Propeller Fette und andere Rückstände zurück, die sich auch mit ansaugen von scharfem Sand nicht rückhaltlos entfernen ließen und die Trockenhaube für die Frisur wollte ja auch weiterhin genutzt werden...........
Modell "52" mit dem originalen schwarzen, gummiummantelnden, Saugschlauch.
Drei Kardätschen, ein Umhängegurt und Saugschlauch, sowie Befestigungsmaterial für den stationären Einbau in die Stallung.
Der Werbeflyer zum Vorwerk Kobold Viehputzgerät Modell "52".
In Ställen, für deren Größe das Zuleitungskabel nicht ausreichte, konnten Aufhängevorrichtungen angebracht werden, an denen das Viehputzgerät, sowie ein Verlängerungskabel hinter den Viehbeständen entlang zu jeder Stelle im Stall gezogen wurde. Dies hatte den Vorteil, daß die Kabel hochhingen und nicht durch Darauftreten beschädigt wurden.
Beschreibung zur Installation des Befestigungsmaterial´s für stationären Gebrauch im Viehstall.
Die Anleitung zum richtigen Befestigen des Zubehörs im Gebrauch mit dem Umhängegurt.
Zubehör identisch wie bei den Modellen "52" + "111"
Ein Foto zur Produktinformation des Vorwerk Kobold Modell 114 als Viehputzgerät. Für die hochauflösende Version wenden Sie Sich bitte an meine eMailadresse - dieses wurde mir freundlicherweise durch die Marketingabteilung - Herr Neumann - zur Verfügung gestellt
Aus dem Werbeflyer. Frau mit Viehputzgerät.
Die Bedienungsanleitung zum Vorwerk Kobold Viehputzgerät Modell "111".
Aus den Anleitungen: Die Aufbewahrung erfolgt in einem trockenen Raum, um Verklebung des Beutels zu vermeiden. Eine Säuberung der Luftwege im Motorkopf von anhaftenden fettigen Schuppen, die sich eventuell nach längerem Gebrauch festsetzen, ist von Zeit zu Zeit geboten. Dies ist möglich, indem trockener, scharfer Sand aufgesaugt und bei abgenommenem Beutel durchgeblasen wird. Bei Neuanwendung des Kobold Viehputzgerätes an Tieren, insbesondere Vollblutpferden, ist zu empfehlen, zuerst ohne laufenden Motor zu striegeln und erst etwas später mit eingeschaltetem Motor, damit sich die Tiere allmählich an das Gerät und das Motorengeräusch gewöhnen.
Zubehör identisch wie bei den Modellen "52" und "53".
Viehputzgerät Vorwerk Kobold Modell "116" aus England. Der Kobold Modell "116" hatte auch lediglich den Vorwerk Schriftzug auf dem Deckel. Kobold und das Koboldzeichen sind bei den englischen Modellen nicht vorhanden. Der deutsche "116er" wurde am Ausblasstutzen mit einer Kunststoffnarbe versehen, sodaß nur der neue Staubbeutel zu verwenden war. Der englische dazu im Gegensatz nicht. Hier konnten die älteren Staubbeutel mit Rundanschluß normal weiterverwendet werden.
Der unrestaurierte Motorkopf.
Die Kardätschen.
In orange, mit separatem Motor ETS-1, Leistungsaufnahme des zweiten Motors 190 Watt und flexibler Welle.
Der eigentliche Striegel konnte mit verschiedenen auswechselbaren Bürsten betrieben werden.
Der "117"er in rot betriebsbereit in der Aufhängevorrichtung.
Produziert in Österreich, ebenfalls wie der rote "117er" mit separatem Motor und flexibler Welle ausgestattet.
Die Aussparung für den Umbau zum Stielstaubsauger wird hier durch den Schalter beansprucht, ein reines Viehputzgerät also, obwohl, logischerweise nach Entfernen des Striegelmotors, auch zum Handstaubsauger umzurüsten.
Der "117"er in creme/grün betriebsbereit in der Aufhängevorrichtung.
Die Betriebsanleitung zum VS 3.
Auf dem Fußboden liegend machen diese genialen Geräte wohl keinen Sinn und nehmen nur Platz weg! Das die Viehputzgeräte bislang noch kein Seilsystem zur Verfügung hatten lag wohl hauptsächlich daran, da ich eigentlich das original System nicht benutzen wollte.
Doch im Rahmen der kompletten Umgestaltung konnte ich mich doch davon überzeugen. Zuerst mußten aber Schwerlastdübel her um die Grundkonstruktion auch sicher in den Wänden zu befestigen. Unter der Holzverkleidung befindet sich eine massive Steinwand. Diese Seite ist zum Einhängen des Spannseil´s.
An der gegenüberliegenden Seite die Vorrichtung zum Spannen.
Vor dem Einhängen in die Spannvorrichtung die Kabelhalter in das Spannseil einhängen. Hier wird das Verlängerungskabel sicher geführt.
Chaotische Zustände bleiben dabei leider nicht aus, so kommt jedoch jedes einzelne Gerät in den Genuß einmal Strom zu "tanken" und neue Politur zu genießen.
Aber jedes Chaos hat auch mal ein Ende. Die beiden "117"er Viehstriegel sind jedoch sehr schwer. Selbst bei extremster Spannung des Seilsystem´s hing es bei ca. 8m Länge durch und mußte durch zusätzliche Deckenhaken verstärkt werden.
Komplettes Gerät mit Haltestange.
Nahaufnahme Striegel.
Neuerung, bei diesem Viehstriegel läßt sich der Striegelaufsatz durch einen Scheraufsatz ergänzen und somit besteht neben dem striegeln auch die Möglichkeit zum scheren der Tiere
Aktuell im Februar 2010 auch wieder ein Modell VS-4 in meinem Bestand