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Hier wird die Restauration des Vorwerk Kobold Modell "33" in Einzelschritten erklärt. Ich versuche dieses so verständlich wie möglich darzustellen, sodaß jeder so ein Gerät mit einem Arbeitsaufwand von ca. 6 - 8 Stunden selber restauriern kann


Das Alter des Kobold von über 70 Jahren und die wahrscheinlich jahrzehntelange Lagerung in irgendwelchen Abstellkammern, Kellern, Speicher oder ähnlichem haben ihre Spuren hinterlassen. Das Gerät selber ist meistens stark korrodiert, die Schrauben verrostet, ordentlich verdreckt und die Gummiteile porös, oder gar nicht mehr vorhanden

Erstaunlicherweise sind jedoch die Stoffbeutel der ersten Modelle gut erhalten, leider meistens mit leichten Roststellen im Stoff (enstanden durch den Schmutz im Beutel und wohl feuchte Lagerung)

Ein ursprüngliches Typenschild in Messing, mit Buntstiften angemalt............


Waschen des Stoffbeutel´s als erster Schritt. Zuerst die Kordel am Anschlußstutzen vorsichtig auftrennen und den Beutel vom Messingring lösen. Da diese Stoffbeutel äußerst rar zu finden sind, empfiehlt sich hier die Handwäsche! Zuerst den alten aufgesaugten Schmutz entsorgen, dann den Stoffbeutel mehrmals mit handwarmem Wasser füllen und leeren 

Zum waschen Feinwaschmittel flüssig oder Spülmittel benutzen. Solange wiederholen bis nur noch klares Wasser im Becken zurückbleibt. Leicht ausdrücken und zum trocknen weghängen oder auf die Heizung legen - nicht in den Trockner!!!


Abknipsen und weg damit! Dieses alte Stoffkabel ist nicht Original und bereits stark brüchig. Somit also viel zu gefährlich um es wieder zu verwenden. Hier wurde bereits einmal an dem Elektroanschluß herumgebastelt und nachträglich ein Schalter eingebaut. "33"er der ersten Serie hatten keinen Schalter, dieser wurde erst Serienmäßig ab dem 21.08.1933 eingebaut, als die erste Heißluftdusche zum Kobold vertrieben wurde


Meistens unmöglich den mit der Hand zu lösen. Mit Spülmittel und heißem Wasser den festsitzenden Schmutz lösen, einen kleinen Schraubendreher für die Ritzen verwenden und einweichen lassen

Gerät hochkant aufstellen und eine ordentliche Portion Rostlöser und feinstes Waffenöl zwischen Ausblasrohr und Anschlußstutzen geben und einwirken lassen. Anschließend vorsichtig mit einem Gummihammer den Stutzen abklopfen. Der kommt später zum verchromen


Vorsichtig alle Schraubverbindungen lösen, incl. entfernen des Schalters. Entlöten der Kontakte der äußeren Wicklung an der Motorkohlenhalterung in der Brücke, lösen des Propellers. Achtung Linksgewinde! und alle Schrauben separat zur späteren Bearbeitung legen

Nun sind die Einzelteile zur Vorbehandlung griffbereit. Bitte alles noch einmal auf Vollständigkeit prüfen


Schrauben separat und die kompletten Einzelteile in einer Glasschüssel ordentlich mit Küchenentfetter und Kunststoffreiniger zum groben Reinigen aufbewahren. Sieht zwar lustig aus, jedoch läßt sich der abgelaufene Reiniger so einfach wieder neu von oben drübergeben!


Die erste Grundreinigung der einzelnen Motorkopfteile und des Motor´s selber erfolgt durch kräftiges Entfetten des Gehäuses, welches durch Abrieb der Motorkohlen, Kugellagerfett und eingedrungenen Schmutzpartikeln ziemlich verdreckt ist. Immer ein frisches Ako Pads dazu kann nie schaden, ebensowenig die alte Zahnbürste und Wattestäbchen für die unzugänglichen Stellen


Um zu erkennen welches Potential das Gehäuse noch vorweist, dieses kräftig mit immer frischen Ako Pads sorgfältig bearbeiten. Lieber die teureren Pads benutzen als billige Produktionen!

Die Typenschilder der Koboldmodelle "32", "33" und "34" waren sehr unterschiedlich. Zum einen gab es die hochglanzpolierten Messingversionen, mit erhobener Prägung, dann die ersten Versuche mit silbernem Untergrund ( nur bei den Modellen "33" und "34" ) und das endgültige aus Aluminium für die letzten Versionen des Modell "34" mit vertiefter Prägung. Hier ein ganz altes Messingschild, welches mit Buntstiften bearbeitet wurde...............

Erst jetzt kann man die tiefen Kratzer im Aluminiumdeckel genau erkennen und im nächsten Schritt mit Schmirgelpapier vorsichtig beischleifen



Vorschleifen mit gröberem Schleifpapier - Körnung 100. Hiermit die tiefern Macken und Beschädigungen beischleifen 


Schleifen mit Schleifpapier - Körnung 150. Je sorgfältiger dieses geschieht, umso schöner später das Ergebnis


Mit 240er Schleifpapier für die Metallbearbeitung die letzten Riefen wegschleifen


.........kommt hier wieder zum Einsatz um unzugängliche Stellen vorsichtig aufzuarbeiten. Nicht über die großen Flächen dremeln, dann wird das Endergebnis nicht zufriedenstellend


Mit Sonax Schleifpaste aus der Autoabteilung und immer frischen AKO Pads den ersten Naßschliff durchführen. Auch hier, je sorgfältiger jetzt gearbeitet wird, umso schöner das Endergebnis!


Auch die restlichen Teile vertragen eine Vorarbeit mit AKO Pads und Schleifpaste 


Nachdem die Einzelteile ordentlich getrocknet wurden, nun mit der Schleifpaste und alten Handtüchern trocken schleifen bis ein schwarzer Schmierfilm entsteht. Den anschließend mit einem frischen Leinentuch wegpolieren


Mit Sonax Chrom- und Alupolitur aus der Autoabteilung die Einzelteile lt. Gebrauchsanweisung aufpolieren. Immer frische Leinentücher verwenden und je öfter der Vorgang wiederholt wird, umso schöner das Ergebnis!

Die polierten Teile zur Seite legen


Mit dem 428er Dremelzubehör die Schrauben von Rost und Verschmutzungen lösen. Hier wird später auch ein neuer Schalter eingebaut, da der ursprüngliche nicht mehr seinen Zweck erfüllt und die Elektrokontakte einfach zu nah und offen am Metall des Kobold´s liegen


Hier verständlicherweise kein Fotomaterial, damit ungeübte lieber die Finger weglassen und die Anschlüsse dem Fachmann überlassen. Fragen beantworte ich jedoch gerne jederzeit


Typenschild der ersten Generation in Messing aufpoliert. Ebenso ist die alte abgenutzte Bürste durch eine neue aus meinem Archiv ersetzt. Sieht doch schon voll super aus und wer hätte das gedacht bei dem ersten Foto nach dem Eintreffen des Gerätes? 


Wie im Fernsehen habe ich hier schon einmal etwas vorbereitet und einen aufgearbeiteten Stutzen zur Hand. Der ursprüngliche kommt weg zum vernickeln


Der Holzstiel ist fertig gebeizt und mit Antikwachs auf Hochglanz gebracht, der Beutel getrocknet und mit Sprühstärke in Form gebracht. Sieht einfach nur gut aus...........


Es ist einfach zu schade den Kobold mit der weichen Teppichbürste mitsamt Stiel aufzustellen. Die Borsten würden die Form verlieren und außerdem war das Gerät ja auch ohne Stiel als Handstaubsauger sehr beliebt

Der Vorwerk Kobold Modell "33" als Stielstaubsauger mit Metalldüse. Überraschenderweise eine Zwischengröße, größer als die zum Modell "30" und kleiner als die zum Modell "34"

Der Vorwerk Kobold Modell "33" als Saugbohner mit dem ersten Bohnerblock. Gegossen in einem Stück und als Möbelschutz eine grüne Art Fleece

Der Vorwerk Kobold Modell "33" als Heißluftdusche, mit dem zweiten Versuch des Typenschildes und der Rändelschraube am Schalter aus Aluminium

Modell 33 mit der Zwischensteckdose am Hauptstromkabel

Einfach wunderschöne Geräte die heute noch seinesgleichen suchen, nur leider bei dem 33er auch das Problem mit dem Typenschild...

Dieser Stecker mit seinen offenliegenden Elektroanschlüssen würde heute mit Sicherheit keine Freigabe mehr erhalten



Für Fragen und Anregungen bin ich unter martin.damsz@t-online.de jederzeit zu erreichen.

 
   
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