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Diese Seite beschäftigt sich ausschließlich mit der Restauration des Kobold Modell "s". Die Tipp´s sind anwendbar für alle drei Bakelitmodelle, "T", "S" und "s". Das Nachkriegsmodell "s" ist heute noch so häufig aufzufinden, sodaß es ein leichtes ist ein nahezu perfektes Gerät als Resultat zu erhalten. eBayangebote zum Modell "s" gibt es ständig und meistens ist der Kobold schon für kleines Geld zu bekommen. Nur bitte immer darauf achten das das Porto bei Geräten mit Holzstiel sich im Rahmen hält. Die meisten Verkäufer setzten das Gerät ein und wissen hinterher nicht wie sie es verschicken sollen! Dabei ist es ein einfaches den Stiel abzuschrauben und diagonal in ein größeres Postpaket, welches unterhalb der Sperrgutzuschlagsgrenze von 1,20m bleibt, zu verpacken. Ebenso sorgfältig sollten die Bakelitteile eingepackt werden, denn nicht selten kommt ein Gerät als Bruch an!

Dieses dringend im Vorfeld mit dem Verkäufer abklären!!!


Hier habe ich mir aus dem Archiv drei Geräte gezogen, bei denen ich der Meinung war das ein wunderschönes, voll funktionsfähiges bei rauskommt. Untereinander ist fast alles miteinander auszutauschen und zu ergänzen, bzw. zu ersetzen. Lediglich beim Schalter gibt es verschiedene Versionen und dementsprechend größer oder kleiner ist die Aussparung des Bakelit im Motorkopf.


Wie bei der Restauration zum Modell "34" beschrieben, werden vorsichtig alle Schrauben gelöst und zur späteren Bearbeitung separat gelegt. Achtung auch hier die Schraube zum Propeller mit Linksgewinde! Und auch wieder das Typenschild entfernen, es würde beim polieren Schaden nehmen.


Die Einzelteile aus einem anderen Blickwinkel. Schön zu erkennen das nahezu noch einwandfreie Ausblasrohr. Kein Rost oder sonstige Abblätterungen. Das Rohr sollte man nicht versuchen zu entfernen, denn bei der Montage wurde die gerändelte Seite mit Zeitungspapier, zum verstärken des Haltes, in das Bakelit getrieben.


Hier gäbe es zwar noch genügend Potential um einen zweiten zu restaurien und eventuell mit Aufstellfuß als Heißluftduschenvariante, oder auch als funktionsfähigen Staubsauger zu fertigen. Doch wenn ich ehrlich bin, habe ich mittlererweile soviele "S" und "s" Modelle restauriert und etliche im Museum stehen, sodaß ich zum Kobold "s" gar nicht mehr die Lust verspüre noch mehr herzurichten. Lediglich um diese Anleitung hier zu schreiben habe ich mir nach wochenlangem Aufschieben einen Ruck gegeben und wieder zu diesem Modell gegriffen. 


Den Motor gründlich entfetten und ordentlich mit Kunststoffreiniger und Fettlöser einsprühen. Einwirken lassen und unter heißem Wasser klarspülen. Diesen Vorgang so oft wiederholen bis nur noch klares Wasser aus den Teilen herausfließt. Eine alte Zahnbürste und Wattestäbchen zu Hilfe nehmen. 


Die Gehäuseteile, der Schalter und sonstiges aus Bakelit vertragen ein "Schaumbad" in Prilwasser wunderbar und nehmen es nicht übel. Ganz im Gegenteil, an vielen alten Kobolden sind Farbspritzer vom renovieren keine Seltenheit und diese lösen sich hier ganz einfach. Keine scharfen Mittel verwenden und als Schwamm dient der blaue Spontex für Edelstahl und Teflon perfekt.


Zum reinigen der Gummiteile niemals mit Wasser arbeiten! Egal wie verschmutzt diese sind, im Wasser verlieren sie die letzte Elastizität, Farbe und auch die Form. Die Bauhaus Autoabteilung hilft auch hier weiter! Sonax oder Nigrin Kunststofftiefenpflege "Matt" oder "Hochglanz", wobei ich Hochglanz bevorzuge, sind die idealen Mittel um hier dem Dreck der Jahrzehnte den Kampf anzusagen. Hier nicht kleckern, sondern klotzen! Ordentlich einsprühen, einwirken lassen und immer wieder mit einem alten Abtrockentuch nachpolieren.  


Da hier das entlöten der Brücke nicht unbedingt notwendig ist (man kommt auch so wunderbar an die Kugellager), nun die Einzelteile nochmals kontrollieren und Restverschmutzungen mit einem Wattestäbchen entfernen. Da ich das Gerät unmittelbar nach Beendigung der Restauration in Betrieb nehmen möchte, mit einem Fön die Wicklungen trocknen und die Lager mit hochwertigem Kugellagerabschmierfett ordentlich einfetten.


Nach dem Bad und durch den Spontexschwamm ist das Bakelit ziemlich stumpf geworden. Auf die Frage "Kann ich Bakelit schleifen oder schmirgeln?" - NEIN! Sonax Chrom- und Aluminiumpoliturpaste bringt Bakelit wieder auf Hochglanz. Je sorgfältiger dieser Vorgang durchgeführt wird, umso schöner hinterher das Endergebnis. Das gilt auch für die Düsen, den Schraub- oder konischen Steckanschluß zum Staubbeutel, sowie dem Anschlußstück zum befestigen des Holzstiel´s am Ausblasrohr.


Auch hier wieder mit dem Dremel arbeiten. Das Zubehörteil Nr. 428 einsetzen und die Schutzbrille nicht vergessen! Das ganze am besten draußen wegen den herumfliegenden Metallspänen. Kleidungsstücke danach ordentlich ausschütteln und sofort in die Waschmaschine und dann in den Trockner. Nur einzeln waschen, damit hinterher die Tochter nicht irgenwelche Metallteile im BH hat und in der Schule Probleme mit dem Jucken an bestimmten Stellen bekommt......... ERFAHRUNGSWERTE!!!


Die Holzstiele zu diesen Modellen waren Hellbraun, Rötlich bis hin zu richtig schönem Dunkelbraun. Je nach Zustand im gewünschten Farbton nachbeizen und anschließend mit Antikwachs den "Finish" geben.


Die Holzstiele zu den Modellen "30", "32", "33", "Cadillac", "34", "T" und "S" haben nur einen Kabelaufwickler. In den Koboldnachrichten Nr. 1 von 1932 dachte man schon über zwei Kabelaufwickler nach, diese Idee wurde jedoch verworfen um das Kabel nicht durch aufwickeln in Bruchgefahr zu bringen. Die Modelle "s", "52" und "53" hingegen haben zwei. "s" seitlich und "52" und "53" vorne. Die Materialien waren wohl doch noch nicht so gut wie man damals dachte, denn die meisten Kabel sind an den Aufwicklungen gebrochen. Deswegen wurden die Modelle "111", "112", "114" und "115" auch wieder mit nur einer Kabelhalterung vorne am Stiel produziert. 


Alle Teile des Kobold sind nun fertig für die Endmontage. Sämtliche Schrauben mit hochwertigem Motor- oder Waffenöl einölen und der Reihe nach das Gerät zusammensetzen. Das Typenschild mit Kunststoffreiniger einsprühen und vorsichtig vom Schmutz befreien. Die beiden Blindnieten mit Superkleber Gel wieder einsetzen. Achtung auf die richtige Aussrichtung! Das Vorwerk Kobold muß beim arbeiten mit dem Gerät lesbar sein und nicht auf dem "Kopf" stehen.


Auch hierzu keine Fotos! Dieses sollte wieder dem Fachmann überlasen bleiben, denn angeschlossen werden die äußeren Wicklungen, der Schalter, der Störschutz und die Kontakte zur Spezialsteckdose. Bei den vielen Kobolden die ich schon auseinander hatte, waren etliche verbastelt und falsch angeschlossen, teilweise sogar lebensgefährlich. Informationen gebe ich gerne per eMail weiter. Axel R. - ein begnadeter Sammler und Denunziant - schaffte es zumindest einen Stecker, unter meiner Anleitung, anzuschließen. In der Zwischenzeit restaurierte ich einen kompletten "S".......... Also lieber die Finger weg wenn keine Ahnung! 


In der Zwischenzeit habe ich den Staubbeutel bei 40 Grad, ohne Weichspüler, gewaschen und anschließend lt. Anleitung der Textilfarbe neu eingefärbt. Kräftiges einsprühen mit Sprühstärke, damit die Form erhalten bleibt und er nicht zusammenfällt und mit eingeschalteten 117er kräftig durchtrocknen. 


Das fast fertige Resultat kann sich sehen lassen und das Gerät läuft einwandfrei! Diesen habe ich mit einem Schukostecker aus Bakelit angeschlossen, eine Teppichbürste angeschraubt und es wird wohl als Sauger für die Museumsräume dienen.


So schön kann ein liebevoll restaurierter "s" aussehen. Viel Spaß beim Nachmachen. Bei den Aufnahmen jedoch explodierte der Störschutz! Den mußte ich entfernen, denn er diente ja lediglich dazu Rundfunkgeräte von störenden Vibrationen frei zu halten und ist kein wichtiges Utensil um den Kobold am laufen zu halten! Also weg damit und das Kind hat Arbeit!!!

Der Vorwerk Kobold Modell "s" als Stielstaubsauger mit Bakelitdüse.

Der Vorwerk Kobold Modell "s" als Saugbohner.

Der Vorwerk Kobold Modell "s" mit Verlängerungsrohr und Bürste um unter Betten und Möbeln zu saugen.

Der Vorwerk Kobold Modell "s" als Heißluftdusche.

Der Vorwerk Kobold Modell "s" als Viehputzgerät.


Fragen und Anregungen an martin.damsz@t-online.de



 
   
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