Baustelle
   


Diese Rubrik beschäftigt sich ausschließlich mit der Restauration des Kobold Modell "34". Bedingt durch das Alter, die unterschiedlichsten Arten der Aufbewahrung ist dieses Modell, genau wie die beiden Vorgängerblechdosen Modell "30" und Modell "33" größtenteils in einem miserablen Zustand. Jedoch nur nicht den Mut verlieren, mit den richtigen Mitteln und einem Zeitaufwand von ca. 6 bis 8 Stunden lassen sich erstaunliche Ergenisse erzielen!


Hier habe ich drei 34er zur Auswahl in den unterschiedlichsten Erhaltungszuständen. Ganz klar zu erkennen, die beiden linken haben das Potential, zumindest äußerlich gesehen, um später in neuem Glanz zu erstrahlen.


Sämtliche Schrauben vorsichtig lösen und extra belassen. Vorsicht beim Propeller, dieser hat Linksgewinde!


Damit das Typenschild später nicht unter dem Schleifen und der Politur Schaden nimmt, dieses dringend entfernen! Den Deckel auf eine Lage dicker Handtücher legen und mit einem langen Nagel und Hammer die Blindnieten vorsichtig herausklopfen.


Wie ich leider schon befürchtete hat die Brücke Risse und dieser Kobold wird wohl nur noch als Ausstellungsstück zur Heißluftdusche aufgearbeitet werden können! Der Zustand der Brücke ist enorm wichtig, in ihr sind die Motorkohlen und das obere Kugellager befestigt. Läuft der Motor einige Zeit, so wird diese sehr warm und verzieht sich, sodaß der Motor anfängt unrund zu laufen und die Leistung nachläßt. Diese Materialermüdung taucht nur bei dem Modell "34" und den ersten "T" Modellen auf, schätzungsweise durch schlechte Legierung der Metallzusammensetzung. Die Brücken des Modell "T" sind identisch, sodaß hier oft günstiger Ersatz zu finden ist

Oktober 2009 - ein weiteres Beispiel für den Erhalt der Brücke bei dem Modell "34". Gerät einwandfrei und ohne große Lagerschäden, jedoch die Brücke, oberhalb der roten Rohrzange, zerbröselte schon beim aufschrauben des Motorkopfdeckels! Vorne im Bild eine Brücke in besserer Legierung die einfach umgelötet wird


Der nächste Schritt ist das Entlöten der Kontakte zu den Motorkohlen. Hier ist die äußere Wicklung fest mit der Brücke verbunden und muß gelöst werden.


Die Vorbereitungen sind erstmal abgeschlossen und alle Einzelteile zum bearbeiten liegen frei. 


Durch die Nutzung des Gerätes als Staubsauger sind die Einzelteile des Motors stark verschmutzt. Abrieb der Motorkohlen, Auslaufen des Lagerfettes der Kugellager und Ablagerungen durch Staub und Schmutz von außen. Kräftig mit Entfetter einsprühen, einwirken lassen, heiß ausspülen und den Vorgang mehrfach wiederholen. Gegebenenfalls eine alte Zahnbürste zu Hilfe nehmen.


Der Kunststoffreiniger ist ein sehr agressives Mittel, jedoch perfekt um alle Verschmutzungen restlos zu lösen. Auch mehrfach mit heißem Wasser nachspülen und neu einsprühen.


Um zu erkennen wie der eigentliche Zustand der Gehäuseteile unter dem Schmutz aussieht eignet sich die erste Reinigung mit Ako Pads. Hierbei nicht sparen, die billigen Produkte erzielen nicht die gleiche Wirkung, schäumen zu stark und verlieren sehr viele Metallspäne!


Sehr schön zu erkennen die eingefressenen Roststellen am Anschlußstuzen zum Staubbeutel. Hier hilft nur der Fachmann und das Teil muß zum verchromen.


Blinde Stellen und kleinere Macken lassen sich mit grobem Schleifpapier schön entfernen. Diese Arbeit ist sehr Zeitaufwändig und sollte sorgfältig durchgeführt werden.


Unzugängliche Stellen mit dem Dremel bearbeiten. Der Vorsatz Nr. 428 eignet sich am besten, alle anderen nutzen zu schnell ab, oder verschießen gefährliche Metallteilchen. Schutzbrille ist unabdingbar, denn auch beim 428er fliegen Späne, die sich sehr schnell in der Haut festsetzen und nur mit einer Pinzette zu entfernen sind. Und wirklich nur sehr vorsichtig die unzugänglichen Ecken dremeln, niemals auf die Fläche kommen. Das gibt unschöne Spuren und beeinträchtigt das Endergebnis!


Der erste Feinschliff erfolgt mit sehr feinem Schmirgelpapier. Je sorgfältiger dieser geschieht, desto schöner hinterher das Endergebnis!


Sonax Schleifpaste aus der Autoabteilung eignet sich hierfür hervorragend. Mit einem eingeschäumten Ako Pads richtig satt die Gehäuseteile bearbeiten. Öfter mal ein neues Ako Pads nehmen und hinterher mit heißem Wasser abwaschen. Anschließend mit einem alten Handtuch (ohne Weichspüler gewaschen!!!) trocknen.


Die Schleifpaste nun trocken auftragen und solange verreiben bis ein schwarzer Schmier auf der Oberfläche zu sehen ist. Trocken wegpolieren, man sollte genügend Vorrat an alten Lappen zur Hand haben.


Sonax Chrom- und Alupoliturpaste aus der Autoabteilung bringt die besten Ergebnisse. Einige billigere Pasten habe ich schon ausprobiert, jedoch nicht den gleichen Erfolg erzielt.


Nachdem auch alle Schrauben mit dem Dremel entrostet sind und in altem Glanz strahlen, die Gewinde einölen - feinstes Waffenöl. Die beiden Lager neu fetten und nur hochwertiges Kugellagerschmierfett benutzen.


Alle Teile werden wieder eingebaut, sowie die äußere Wicklung wieder mit den Lötstellen an der Kohlenhalterung der Brücke verlötet. Erfordert Geduld, Fingerspitzengefühl und drei Hände....


Hier kann man vieles verkehrt machen und nur ein fachkundiger Handwerker sollte sich dieses zutrauen! Anschlüsse zur Spezialsteckdose, zum Schalter und die Verbindung mit der äußeren Wicklung werden hergestellt. Hier kein Foto, denn ich möchte keine Verantwortung für falsche Anschlüsse übernehmen. Mit Strom ist nicht zu spaßen und das weiß jeder, der schon einmal Kontakt damit hatte! Anfragen beantworte ich jedoch gerne. 


Vorsichtig die Blindnieten wieder einklopfen, evtl. mit Superkleber Gel fixieren.


Hier das erste Ergebnis, der fertige Kobold als aufgestellte Heißluftdusche.


Erste Phase, den alten Lack sorgfältig abschmirgeln. Zuerst mit grobem, dann mit feinerem Schleifpapier arbeiten, bis sich der Stil merklich glatt in der Hand anfühlt.


Zum Modell "34" gehört ein schwarzer Holzstiel, also den rohen Stiel mindestens zweimal mit schwarzer Beize bearbeiten. Beize hat den Vorteil, gegenüber normalen Lackierungen, das die Beize nicht abblättert. Zum Schluß einen finish mit Antikwachs lt. Anleitung auf der Dose. 


Staubbeutel entleeren und den groben Schmutz ausschütteln. Anschließend mit warmem Wasser und Pril waschen bis das Wasser klar bleibt. Auswringen und ordentlich mit Sprühstärke einsprühen. Zum trocknen einen 117er mit Adapterstück, der 116er hat eine Blockade um die Rundanschlüsse der alten Beutel nicht aufstecken zu können - es sollten mit dem Modellwechsel auch nur die neuen Filterkassetten verkauft werden - und die älteren Kobolde sind mir einfach zu schade für den Dauerbetrieb nur um Staubbeutel zu trocknen. Aufgestellt in einen Aufstellfuß für die Trockenhaube zurechtstellen und den Staubbeutel bei eingeschaltetem Motor trocknen. Durch die Sprühstärke bleibt er nach dem trocknen in Form und fällt nicht in sich zusammen.


Nach dem anbringen der Befestigungsteile am Holzstiel ist nun auch der zweite 34er wieder voll einsatzfähig und schaut nahezu perfekt aus. Man vergleiche die Fotos vorher und nachher.

Der Vorwerk Kobold Modell "34" als Saugbohner. Der gleiche kleine Bohnerblock wie zum Modell "33".

Modell "34" mit Teppichklopfdüse

Trotz temperiertem Ausstellungsraum bleibt eine gelegentliche Nachpolitur nicht aus



Unter martin.damsz@t-online.de stehe ich zur Verfügung und nun viel Spaß beim Restaurieren.

 
   
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