Mit dieser unscheinbaren kleinen "Blechdose" trat der Koboldstaubsauger der Firma Vorwerk den Siegeszug in Deutschland an
Das aus dem ehemaligen Grammophonmotor ein Kultobjekt für Generationen werden sollte konnte bei der Patentierung im Jahr 1929 noch niemand erahnen! Entstanden durch Zusammenarbeit von Teppichfachmann und Maschinenkonstrukteur - ein perfektes Miteinander
Als erster handlicher Staubsauger beworben verließen die Geräte ab 1930 das Werk in Wuppertal, waren im ersten Jahr in den Elektrogeschäften reine Ladenhüter, doch dann kam die Idee des auch noch heute praktizierten Direktverkaufs und der Kobld ging von Tür zu Tür
Jedoch wodurch wurde es möglich diesen Staubsauger für einen so niedrigen Preis zu liefern? Ganz einfach! Vorwerk war sich mit den Hausfrauen darüber einig das ein Staubsauger leicht sein muß. Darum haben die Konstrukteure den Kobold von allem unnötigen Ballast befreit. Und mit dem Ballast sind auch die hohen Herstellungskosten gefallen. Der teure Metallschlauch, das umständliche Fahrgestell und der massive Staubtopf fehlen - alles Teile die man zum gründlichen Staubsaugen nicht mehr braucht.
Doch nicht nur die "Hausfrau" war davon zu überzeugen das dieses kleine Gerät mit seinen ca. 1100g für ermüdungsfreies Arbeiten sorgte, der Ernährer der Familie ebenfalls! Also war der Kobold für die Wagenpflege bestens geeignet. Immerhin mußte er ja die 59 Reichsmark für den Erwerb locker machen...
So gab es zu diesem ersten Koboldmodell schon eine Setzkastendüse zum Einsatz in den Werkstätten der Druckereien und auch für die Landwirtschaft wurde Sonderzubehör angeboten
Aber wo liegt nun der große Vorteil für das größte Klientel - der Hausfrau selber? Bücken, schleppen und große Abstellkammern gehörten ab sofort der Vergangenheit an
Zum umrüsten einen einfachen Holzstiel befestigen und schon wurde daraus ein elektrisch betriebener Saugbesen
Der nach dem Gebrauch betriebsfertig in den Besenschrank gehängt werden konnte oder in der Version als Handstaubsauger einfach in einer Schublade verschwand
Trotz seiner geringen Leistungsaufnahme von nur 60 Watt - welches in der Werbung mit geringstem Stromverbrauch angepriesen wurde, zum Vergleich gab es eine Verbrauchstabelle
Eine Tischlampe verbraucht 40 bis 60 Watt
Ein Durchschnittsstaubsauger verbraucht 160 bis 260 Watt
Ein elektrisches Bügeleisen verbraucht 400 bis 500 Watt
Eine Heißluftdusche verbraucht ca. 400 Watt
Der Vorwerk Kobold nur 60 Watt
erbrachte dieses kleine Gerät eine enorme Erleichterung
Der kurze Weg von der Düse über den Propeller in den Staubbeutel überzeugte durch seine Effizienz und Leistung
Kleiner Preis - große Saugkraft - größte Stoffschonung und das Zubehör war bedeutend einfach anzubringen und auszutauschen
Also lassen wir diesen kleinen Kobold einfach auf uns wirken. Viele Geräte haben die Jahre überdauert und einige sind wirklich liebevoll restauriert in den verschiedenen Sammlungen zu sehen
Zwei weitere Modelle 30 aus meiner Sammlung. Eines befindet sich nunmehr ordentlich in Luftpolsterfolie verpackt in Düsseldorf, der andere in der Nähe von Venedig
Ein restauriertes Vertretermodell bei dem der Holzstiel mittels eines Zwischenstückes direkt vor Ort bei dem Kunden zusammengesetzt werden konnte
Kobold Modell 30 mit dem Vertreterstiel und der weichen Teppichbürste
Koboldmodell "30" in der Sammlung von Christian
Modell 30 in den Glasvitrinen des Wuppertaler Museums, ein zweites Modell 30 steht zur Vorführung direkt links vor der Vitirne
Dieses Koboldmodell "30" dient zur Vorführung, leider noch in einem miserablen Zustand und dennoch führt Herr Mittelsten-Scheid genau mit diesem Kobold zur Museumsführung ein...
Ebenso ein Koboldmodell "30" im neugestalteten Showroom im August Mittelsten-Scheid Haus am Mühlenweg in Wuppertal
Noch stelle ich mir die Frage wo denn die Geräte verbleiben die ich komplett restauriert nach Wuppertal zurückschicke?
Modell 30 in der Ausstellung des Leonardo da Vinci Museum in Milano
Modell 30 in der Zentrale von Vorwerk Folletto in Milano
Es existieren noch weitaus mehr Kobold Modelle 30 in den verschiedenen Sammlungen quer über den Globus verteilt und diese waren nur eine kleine Auswahl der schönsten Geräte