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Zuerst mal ein wenig zu meiner Geschichte.

Wie fing das nochmal an? Ach Ja, meine "Mutter" bestellte in Abwesenheit meines arbeitswütigen Vaters in den 60igern doch glatt einen Vorwerk Kobold Modell 116 mit allem drum und dran. In einem Dorf im rückständigen Hunsrück ein absoluter Frevel - hier wurden die Teppiche noch im Schnee geklopft und Stromverbrauch war doch reiner Luxus!

Der Haussegen hing schief, der Kobold wurde in den Kleiderschrank verbannt und Daddy bezahlte natürlich trotzdem! Wann immer niemand zuhause war kramte ich das Gerät ohne die Anleitung lesen zu können, heraus und spielte mit sämtlichem Zubehör, setzte mir die Trockenhaube auf und fand die Technik einfach genial. Bevor ich in die Schule kam hatte ich aber schon begriffen das Ordnung das halbe Leben ist und räumte hinterher alles wieder genauso weg - Hauptsache keiner merkt was und ich hatte immer Zugriff zu diesem faszinierenden Gerät!

Anscheinend wurde es doch bemerkt und der Kobold verschwand für die nächsten Jahre - meine Mutter ließ uns im Stich, iss nach Frankreich durchgebrannt und mein Bruder und ich durften zur Oma...... Aber die war cool, sie hatte einen Quelle Katalog und zu Weihnachten durfte ich mir was aussuchen! Genau wie bei Bernd war der Spielzeug Kobold 117 mein größter Wunsch und der wurde auch erfüllt. Übrigens genau der ist nun in Bernd´s Heidenheim Rubriken zu sehen - frisch aufpoliert und mit neuem Stoffbeutel (ich hatte niemals versucht den auseinander zu nehmen!!)

Erstmal mußte ich mit richtigen Problemen kämpfen, wollte auf dem Gymnasium in Idar - Oberstein natürlich schon mit den großen Hunden pinkeln gehen und wo macht man das? In der Raucherecke....... HALLO, ich war zwar gerade erst zwölf Jahre alt, fand das richtig genial - nur mein Vater halt nicht, eines abends suchte er einen Stift um irgendwas zu unterschreiben, schaute in meine Schultasche und fand mein Zigarettensammelsurium...........

Er gerade mit dem Rauchen aufgehört, das HB Männchen war in der Fernsehwerbung noch immer aktuell und die Marlboro Cowboys ritten um die Wette mit Bonanza,  kam ins Zimmer und hat mir volle Kanne den Hals zugedrückt mit den Worten " Hier geht keine Kippe mehr durch " - das hab ich mir nicht gefallen lassen und bin abends während dem Film "Der König und ich" mit Herrn Brynner durch ein von mir wieder gängig gemachtes Fenster im Hinterhaus zu meiner Mutter durchgebrannt.

Wir hatten eine öffentliche Telefonzelle, ich mein Sparschwein geplündert und mir das einzige Taxi aus dem Nachbarort bestellt. Diese Nachtfahrt werde ich wohl in meinem ganzen Leben nicht mehr vergessen! Bei Bingen fuhr er auf einen Parkplatz, hielt mir ein P.... Heft vor die Nase und wollte.... - Hallo, das hatte ich kurz vorher schon einmal mit unserem Dorfpfarrer auf einer Reiterfreizeit erlebt - sind denn alle erwachsenen Männer so? Er ließ mich dann aber in Ruhe und schweigend ging es weiter nach Wiesbaden. Vor dem Haus in der Rhonstraße angehalten stürmte ich aus dem Taxi, klingelte Sturm und schmiß mich einfach in die Arme dieser Frau die ja meine Mutter war.......  

Wumm, vom Regen in die Traufe!

Denn dann in 1977 kam da noch eine andere Oma. Ich wusste nicht ob ich zwischen Albtraum oder Luxus tendieren sollte und Erinnerungen an diese Zeit bleiben mir nur an Sie, meine Uroma, die leider verstorben sind und meine Onkels Steve und Jim, sowie meine Tante Ruth. Obwohl, da gab es viel mehr Familie - doch nicht der Rede wert...

Diese Frau die meine Mutter war brauchte niemand und mit dreizehn hab ich Hilfe beim Jugendamt gesucht. Ich wurde im 5.ten Stock im Hochhaus in der Wohnung eingesperrt, mußte auf meine SILLY Halbschwester aufpassen und durfte nicht zur Schule. Das war nicht meine Welt und Sybille vom Jugendamt hat sich super für mich eingesetzt da ich natürlich auch nicht zu meinem Vater zurück wollte und ich bekam in der Nähe von Hanau eine zwei Zimmer Wohnung zur Verfügung gestellt - mit der Bedingung regelmäßig zur Schule zu gehen, meine Noten nachzuweisen und nicht auf der Straße rumzufallen.

GEIL! GELLE? Nun war ich mein eigener Herr, aber die Bude mußte ja auch sauber gehalten werden! Mein Staubsauger war "nur" ein Progress und hieß "Brusseliese" meine spätere Frau hatte aber Vorwerk zuhause...... Da war doch noch was!!!!!!!!!

Also nach dem Abi und zwei abgeschlossenen Berufsausbildungen vom ersten Geld wieder die grün-cremefarbene Fraktion erworben - den Vorwerk Kobold Modell 120 mit allem Schnick - Schnack

Den nächsten Kobold, Modell 118 fand ich auf dem Sperrmüll und der war noch nicht mal hinüber, nur der Stiel war defekt. Also mal in Wuppertal angerufen und einen neuen Stiel bestellt - genial, die neue Wohnung mit ca. 200qm war mit braunem Velour ausgelegt und so konnten wir von jeder Ecke anfangen zu saugen und trafen uns dann in der Mitte.

Den Kontakt zu Daddy hatte ich versucht wieder hinzubekommen und fragte nach dem verschollenen 116er und meinen Kindersaugern. Noch besser! Oma hatte noch einen original verpackten Vorwerk Kobold Modell "T" auf ihrem Dachboden verkramt. Auch sie unterlag dem Charme des damaligen Vertreters, kaufte das Gerät und durfte es niemals benutzen. Opa fand den Stromverbrauch einfach zu teuer....

Einziger Wermutstropfen an meinem Entgegenkommen war das ich von meinem Vater und meinem Bruder gebeten wurde meine Anteile an meinem Geburtshaus zu Gunsten meines Bruders aufzugeben, da er während seines Studiums angeblich den Einbau einer Heizungsanlage in dem über 200 Jahre alten Fachwerkhaus subventioniert bekommen würde - sofern das Haus ihm alleine gehört...

Nach den Formalitäten konnte ich gar nicht so schnell schauen wie das Haus dann unter den Hammer kam - es steht zwar immer noch, Udo leitet nun ein Ingenieurbüro in Stipshausen, aber das letzte Stück Verbundenheit mit meiner Vergangenheit ist dahin!

"Lieber Ratten im Keller als Familie im Haus"

Das Fieber ging dann richtig los!

Auch heute noch ein lieber Freund - Bernd Maasberg - kümmerte sich gleich um meinen nächsten Staubsauger, er verkaufte mir einen Kobold Modell 117. Das erste Modell "s" fand ich dann in Idar - Oberstein auf dem Sperrmüll und es gab kein Halten mehr!

Nach meiner "glücklichen" Scheidung und dem Freitod meines ersten Partners mußte ich mich erstmal freischaufeln und wieder zu mir selber finden und hab die fast komplette erste Vorwerk Kobold Sammlung verschenkt, verkauft oder auf den Sperrmüll geschmissen - BLÖD GELL!!! 

Habe dann eine ganze Weile mit Romy Haag und Nina Hagen gearbeitet, war rund um den Globus unterwegs, jedoch das "simple life" hatte mir gefehlt. Am wohlsten hab ich mich aber in Berlin gefühlt - Gruß an das Wintergarten Team 

Klar, geht auch! Ein- zweimal die Woche nach Hause zu fliegen um den festen Standort aufrecht zu erhalten, Fische wurden von der Nachbarstochter gefüttert - aber mir fehlte der feste Halt - da war er aber schon - der feste Halt und ließ mich bis heute nicht mehr los! Rechts im Hintergrund zu sehen.... 

Erstmals erhielt ich eine mit Schreibmaschine getippte Liste der Modellentwicklung aus Wuppertal, sowie eine erste offizielle Einladung in das "sogenannte" Museum, welches zu dem damaligen Zeitpunkt ja "NUR" eine kleine Sammlung von Altgeräten war

Nach ewigen Kleinanzeigen in regionalen Zeitungen und Kontakten zu etlichen Vorwerk Vertretern entdeckte ich im Jahr 2000 durch Zufall die ersten eBay Auktionen - ich kam mir vor wie im Schlaraffenland. Niemand hatte bis dahin jemals ein so "tolles" Angebot an Altgeräten deutschlandweit.........

Aufgrund der nach wie vor unbefriedigenden Kontakte zum Stammhaus in Wuppertal wollte ich mich nun auf eBay konzentrieren und mich da natürlich zum mitbieten anmelden! Leider bot zu dem damaligen Zeitpunkt unser Anbieter nur die Möglichkeit an sich mit dem Namen des Vertragskunden anzumelden - also ging Martin Damsz ins Netz und steigerte auf alles was nicht Niet- und Nagelfest war....

Parallel dazu erhielt ich im Januar 2001 ein Paket mit absoluter Knallerüberraschung! Ein bis dahin toter Motorkopf des empfindlichsten und seltensten Kobold Modell´s überhaupt - das Vorwerk Kobold Modell 32 aus dem Jahr 1932. Und das morgens früh mitten im Bürostreß! Ich wollte "STAUBSAUGERFREI"

Allerdings fehlten mir immer noch ein paar Modelle wie der richtige Kobold 34 - den Prototypen 33/34 aus Frankreich hatte mir Herr Wichelhaus ja schon in den 90igern mitgegeben, die Suche nach den Modellen 112 und dem Prototypen zum Modell 113 welches wegen der "13" ja nie in Umlauf kam und eBay wurde zum Tagesprogramm

Hätte nie im Leben daran gedacht das dann dieser Mitgliedsname in eBay jemals so erschreckend sein konnte, da ich ja aus Wuppertal bereits ein paar Jahre zuvor das Schreiben erhielt das es wohl außer mir keine weiteren Sammler geben würde.......

Schnell wurde ich dann eines besseren belehrt und wunderte mich anfangs das immer die gleichen Mitgliedsnamen auf die gleichen Auktionen geboten haben die ich für mich interessant gefunden habe. So bekam ich die erste Mail mit dem Inhalt "was mir wohl einfallen würde einfach so alles aufzukaufen?" -------- WIE BITTE? WAS SOLLTE DAS? --------- 

So fing dann alles an!

Die Gebote Anfang 2000 erreichten teilweise astronomische Höhen und bei einem unter uns Sammlern sehr beliebten Modell, dem Vorwerk Kobold 52 erhielt ich dann eine wirklich extreme eMail! " Was willst du mit diesem Gerät, Du hast ja wohl schon einen" - mein lieber Freund, hätte ich damals nicht so einen unendlich langsamen PC zuhause gehabt und kam erst knapp eine Minute nach Auktionsende rein - das Gerät würde heute noch bei mir stehen!

Nix desto Trotz, auch ich sammelte ja schon fast eine Ewigkeit und diese Chancen auf eBay Auktionen habe ich mir nicht entgehen lassen

Dann kam Axel und die Story ging weiter...........

.........doch diese Geschichte ist recht umfangreich und wir alle haben ihn ja eigentlich auch schon vergessen!.......

Durch seine damalig einfach gestrickte Onlinepräsenz bot er uns eine Kommunikationsplattform an um Gedanken und Ideen auszutauschen, jedoch waren wir alle seiner "Obrigkeit" ausgeliefert und jedes Wort was ihm nicht paßte, Fotos die zu privat waren oder Modelle darstellten die er selber noch nicht hatte wurden gnadenlos gelöscht oder indiziert. Jedes Mitglied mußte im Prinzip nach seiner Pfeife tanzen und nachdem der damals 15jährige Daniel online mitteilte das er zu Gerrit und Rudolf nach Langen/Hymendorf fahren würde wurde er höchst vorsorglich gewarnt das man ihm Geräte nur gegen "Leistung" mitgeben würde! Hallo wie krank ist dieser Mann!

Trotz Abraten meiner Sammlerkollegen habe ich es doch noch einmal versucht den Kontakt zu ihm zu halten, aber Mißgunst, Neid und öffentliche Denunziationen seinerseits auf "zweiter Klasse Pages im Internet" gaben den anderen Jungs Recht! Lassen wir ihn dümpeln und sehen es als Historie an............

Aber das Fieber läßt einen halt nicht mehr los und so ging es dann mit Martin in die nächste Runde und ich habe im Laufe der Zeit doch noch viele liebe "Freunde - sagen wir lieber Bekannte" kennenlernen dürfen.

Heute ein wenig älter und gereifter sehe ich Anfragen und Angeboten schon ein wenig realistischer und skeptischer ins Auge...

... und schätze nach einer fast tödlich verlaufenen Erkrankung in 2007 mehr als je zuvor die angenehmen Dinge des Lebens - und dazu gehört nicht der vieldiskutierte Ausverkauf meinerseits!

Ganz im Gegenteil, ich versuche die nächste Generation mit umfangreichem Wissen und Artefakten aus meinem Bestand so weiter zu bringen wie ich es leider nie erfahren habe.........

Die Jungs sind einfach KLASSE

Vorwerk Kobold Modell 135 vor der Veröffentlichung - Vorwerk wollte uns keine verkaufen, wir fanden einen Weg!

Vielen Dank nach Stuttgart - hier gab es einen Weg das damals begehrte Kobold Modell 135 dennoch zu erwerben

Logo hatten wir danach auch Hunger - nur Bernd, hier hattest Du ein Restaurant ausgesucht mit kulinarischen Kostbarkeiten.......... Banane in Sumpfsoße und Kreolische Kartoffeln mit Kaviarkrokant, bittersüßer Kokosnuß- und vergammelter Fischsoße! Also mir wären Rouladen oder ein deftiger Braten lieber gewesen - es war eine Erfahrung für sich!!!

Huups, da ist ja auch mal eine Frau auf dem Bild! Logo unsere Juniorzicke war überall mit dabei

Am 16.11.2008 wurden meine Gebete erhört und Bernd bereitet nun wieder "RICHTIGES" Essen zu


Liebe Grüße

martin.damsz@t-online.de



 
   
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